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Geschichte zum Einschlafen


Die Vorstellung, dass vor nicht all zu langer Zeit (und in unterentwickelten Regionen selbst heute noch!) chirurgische Eingriffe ohne lokale Betäubung oder Narkose durchgeführt werden, ist, zumal für Menschen der westlichen Zivilisation, schwer erträglich. Erst die moderne Medizin ermöglicht es, unser Schmerzempfinden mit geeigneten Mitteln auszuschalten, wirksam und präzis für die Dauer eines operativen Eingriffs.

 

Im 16. Jahrhundert hatte das mit Äther getränkte Taschentuch ausgedient und neue Methoden der Narkose hielten Einzug bei chirurgischen Eingriffen. Die Entdeckung des Lachgases durch den britischen Naturwissenschaftler Joseph Priestley (1733 - 1804) im Jahr 1772 war ein grosser Meilenstein in der Anästhesiegeschichte. Das Einatmen von Lachgas wirkt schmerzstillend und narkotisch. Die erste Narkose mit Lachgas wurde allerdings erst 1843 in Boston durch den amerikanischen Zahnarzt Horace Wells (1815 -1848) durchgeführt. Sein erfolgreicher Selbstversuch mit Lachgas als schmerzstillendem Medikament (ein Assistent zog Wells einen Weisheitszahn) bildete den Beginn einer neuen Ära. Es gab aber zunächst Rückschläge, weil die korrekte Dosierung ein Problem darstellte und erst nach und nach durch Versuche ermittelt werden konnte.

 

Als Geburtsdatum der modernen Anästhesie gilt deshalb der 16. Oktober 1846. William Thomas Green Morton (1819 - 1868), ein US-amerikanischer Zahnarzt führte mit Äther die erste erfolgreiche Narkose bei einer Zahnextraktion durch. Wichtige Stationen bei der Weiterentwicklung der Anästhesie stellten neben der Entdeckung neuer Wirkstoffe hauptsächlich die künstliche Beatmung und die Kontrolle der Kreislauffunktionen 

 

Heute bildet die Anästhesie eine moderne wissenschaftliche Fachdisziplin mit ausgebildeten Spezialisten, die sich moderner Methoden und Medikamente bedienen und den Patienten bei chirurgischen Eingriffen eine schmerzfreie und risikoarme Narkose ermöglichen.

 

www.anaesthesia.de